Dienstag, 23 März 2010 16:51

Parallelen zwischen Hans Staden und Ludwig Nissen. Ausstellung „Unter Menschenfresser Leuthen“ im Nordseemuseum eröffnet

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Dr. Sven-Hinrich Siemers (links), Wolfgang Schiffner (Mitte) und Dr. Jürgen Römer (rechts) Dr. Sven-Hinrich Siemers (links), Wolfgang Schiffner (Mitte) und Dr. Jürgen Römer (rechts)

Husum (mgs). Gleich drei Museumsleiter – Dr. Sven-Hinrich Siemers aus Husum sowie Wolfgang Schiffner und Dr. Jürgen Römer vom nordhessischen Regionalmuseum Wolfhager Land – haben am Sonntag im Husumer Nordseemuseum die Ausstellung „Unter Menschenfresser Leuthen“ eröffnet. Die Exponate für die Wanderausstellung wurden vom brasilianischen Martius-Staden-Institut in Sao Paulo und dem Regionalmuseum Wolfhager Land – Siemers früherer Wirkungsstätte – zusammengetragen und werden bis zum 20. Juni erstmals in Norddeutschland gezeigt.

 

Im Mittelpunkt steht der aus Hessen stammende Hans Staden, der 1548 von der Nordsee (Kampen) aus nach Brasilien aufgebrochen war und vor rund 450 Jahren als Erster ein Buch über Brasilien und die Menschenfresser-Riten der Ureinwohner veröffentlicht hatte. Stadens „Warhaftige Historia“ war u.a. auch in plattdeutscher Sprache erschienen, diese Ausgabe gilt jedoch seit 1945 als verschollen.

In einem schriftlichen Grußwort hob der Direktor des Staden-Instituts in Sao Paulo, Eckhard E. Kupfer, hervor, dass die jetzt in Husum präsentierte Ausstellung vor rund zwei Jahren dank der Unterstützung durch das deutschen Außenministerium in zehn Städten Brasiliens gezeigt worden war. Staden und sein Werk seien in Brasilien ein Begriff. Neun Monate lang in die Gefangenschaft der Tupinambá-Indianer geraten, habe Staden damals Einblicke in das Leben der Ureinwohner Brasiliens erhalten, wie zuvor kein anderer Europäer.

Schiffner, der maßgeblich am Begleitkatalog zur Staden-Ausstellung beteiligt war, beschrieb Leben und Werk des abenteuerlustigen Söldners, der nach eigener Überzeugung nur durch Gottes Fügung dem Verspeist-Werden entging. Deshalb ließ Staden sein beeindruckendes Buch – noch heute eine wichtige Quelle insbesondere für Völkerkundler - nach seiner glücklichen Rückkehr nach Hessen ausdrücklich zum Dank an Gott im Jahre 1557 drucken.

Siemers verwies in seiner Eröffnungsansprache auf Parallelen zwischen Hans Staden und dem Museumsstifter Ludwig-Nissen: „Steht Ludwig Nissen für die deutsch-amerikanische Verständigung, so steht Hans Staden – 350 Jahre früher – für die deutsch-südamerikanische Verständigung. Beide prägten durch ihre Taten und Worte das Bild von Deutschland in Amerika ebenso, wie das Bild Europas von Amerika“.

Gelesen 9230 mal Letzte Änderung am Samstag, 30 Oktober 2010 14:10

Veranstaltungen

Jahresplanung 2021

Sonntag, 16. Mai, 14 bis 17 Uhr, Veranstaltung wird verschoben auf Juli, Termin wird noch bekannt gegeben
Internationaler Museumstag, Museumseintritt frei, Sonderführungen
Musikveranstaltung mit Pedro Soriano und Voz Latina, Wolfhagen Istha
Ort: Regionalmuseum Wolfhager Land, Ritterstraße 1, Open Air

Ab Dienstag, 25. Mai, ab 10 Uhr dezentrale Eröffnung
bis Sonntag, 29. August
Ausstellung: Zwei Künstler aus dem Wolfhager Land: Lippold von Steimker und Lothar Spohr
Ort: Zehntscheune des Regionalmuseums Wolfhager Land, Ritterstraße 1

Dienstag, 13. Juli, 19 Uhr
Vortrag: Dr. Dirk Ziesing, Bochum: Wolfhagen und der deutsch-französische Krieg vor 150 Jahren
Ort: Stadthalle Wolfhagen, Kurfürstenstraße 20
Eintritt: 3 €

Donnerstag, 9. September, 19.00 Uhr Ausstellungseröffnung
bis 7. November
Ausstellung: Was Sie schon immer über Hans Staden wissen wollten!
Evtl: Musik Pedro Soriano und Voz Latina aus Istha
Ort: Zehntscheune des Regionalmuseums Wolfhager Land, Ritterstraße 1

Dienstag, 28. September, 19.00 Uhr
Vortrag: Dr. Franz Obermeyer, Kiel: Das neu entdeckte Original von Stadens Warhaftiger Historia in Halle.
Ort: Stadthalle Wolfhagen, Kurfürstenstraße 20
Eintritt: 3 €

Dienstag, 19. Oktober, 19 Uhr
Vortrag: Dr. Heiner Borggrefe, Lemgo: „Hans Staden in der „Neuwen Welt America“. Wie lebte die indigene Bevölkerung Brasiliens vor 450 Jahren.
Ort: Stadthalle Wolfhagen, Kurfürstenstraße 20
Eintritt: 3 €

Freitag, 05. November, 19.00 Uhr

Lesung: Thomas Fischermann, Hamburg und Rio de Janeiro: Der letzte Herr des Waldes. Ein Indianerkrieger aus dem Amazonas erzählt vom Kampf gegen die Zerstörung seiner Heimat und von den Geistern des Urwalds
Ort: Stadthalle Wolfhagen, Kurfürstenstraße 20
Eintritt: 8 € In Kooperation mit der VHS Region Kassel und der Buchhandlung Mander, Wolfhagen

Der Eintritt ist für alle Veranstaltungen frei für Mitglieder des Museumsvereins, Schüler/innen und Studierende. Bei der Lesung mit Thomas Fischermann ist der Eintritt für diese Personengruppen auf 4 € reduziert.

Unser Dank für freundliche Unterstützung gilt der Kasseler Sparkasse, der VHS Region Kassel, dem Hess. Museumverband und der Kulturstiftung des Landkreises Kassel.