Donnerstag, 04 April 2019 14:40

Exponat des Monats April 2019

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Titelseite der „Modenzeitung fürs deutsche Haus“ von 1928 Titelseite der „Modenzeitung fürs deutsche Haus“ von 1928 Beate Bickel

„Modenzeitung fürs deutsche Haus vom 4. Mai 1928“

von Beate Bickel

Rund 90 Jahre ist sie alt: „Die Modenzeitung fürs deutsche Haus; Heft 48, Jahrgang. 1928/29“, die in unserem Museum erhalten geblieben ist. Sie erschien am 4. Mai 1928 im Verlag W. Vobach in Leipzig.

Man konnte sie alle vierzehn Tage zum Preis von 35 Pfennigen zuzüglich 5 Pfennigen Zustellgebühr beziehen. Der Umfang unseres Exemplars beträgt 28 Seiten. Die Hälfte davon zeigt Mode vor allem für die Dame, auf drei Seiten ist Kindermode abgebildet, eine halbe Seite zeigt Kleidung für den Herrn. Für alle Modelle kann die begabte Frau zusätzlich den entsprechenden Schnittmusterbogen gegen Gebühr bestellen, um selbst zu schneidern. Zwei Schnittmusterbögen sind Gratis-Beilage.
Die zweite Hälfte des Heftes setzt sich zusammen aus Bildern „Aus aller Welt“, einem Fortsetzungsroman, Werbeanzeigen und Ratgeberseiten. Dabei sind neben den zu erwartenden Kochrezepten auch technische Anleitungen enthalten. In der uns vorliegenden Ausgabe beispielsweise wird erklärt, wozu ein Niederfrequenzverstärker genutzt werden kann, wie er funktioniert und wie man ihn an Radio oder Grammophon anschließt. Da setzten die Macher dieser Frauenzeitschrift ein erhebliches technisches Verständnis voraus. Doch gehört das vielleicht zum neuen Frauenbild der „Goldenen Zwanziger Jahre“?
Die abgebildete Kleidung weist jedenfalls in moderne Richtung. Gleich die Titelseite zeigt drei Damen, die der Mode der Zeit entsprechen. Glockenhut, Kappe, schnittige Kurzhaarfrisur, Zigarette im Mund, leger fallende Kleider und Mäntel mit Betonung auf der Hüfte und sogar eine kurze Hose; dieser Kleidungsstil war Ausdruck eines neuen Selbstverständnisses. Kleider, die endlich nicht mehr den Atem raubten, - jedenfalls nicht den eigenen – sorgten endlich dafür, dass Frauen sich frei bewegen konnten und es auch taten.
In Wolfhagen beispielsweise war bereits 1921 eine Damenabteilung im bereits bestehenden Turnverein gegründet worden. Und die Wolfhager Damenkapelle in einer Aufnahme von 1928 unter der Leitung der Musiklehrerin Frieda Zorn zeigt sehr deutlich, dass zumindest die jungen Wolfhagerinnen sich der neuen Mode zugewandt hatten. Nur von den Zöpfen konnten sich einige jungen Frauen wohl - noch - nicht trennen.


Gelesen 693 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 04 April 2019 14:54

Veranstaltungen

Jahresprogramm 2019

Donnerstag, 19. September, 19.30 Uhr
Vortrag: Jochem Wolff, Dr. Klaus-Peter Lorenz: Weimarer Revue - Verrat der Vernunft. Literarisches - Musikalisches - Politisches
7 €; 3 € für Museumsmitglieder, Schüler und Studenten frei

Dienstag, 27. August, 19.30 Uhr
Vortrag: Wolfgang Hoffmann, Dortmund: Die schwierigen Anfänge der Weimarer Republik – von der Novemberrevolution bis zur Weimarer Koalition 1918-19
3 €; Museumsmitglieder, Schüler und Studenten frei

Donnerstag, 15. August, 19.30h Ausstellungseröffnung bis Sonntag, 27. Oktober Sonderausstellung: 1918/19 1932/33 Zeitenwende. Möglichkeiten und Probleme in der ersten deutschen Demokratie - die Weimarer Republik     mit Wolfhager Schwerpunkt
In Kooperation mit dem Heimat- und Geschichtsverein Wolfhagen und der VHS Region Kassel
Eintritt am Eröffnungstag frei, sonst Museumseintritt

Dienstag, 12. März, 19.30h
Vortrag: Klaus Albrecht, Altendorf: Tod und Wiedergeburt. Steinkammergräber und religiöse Vorstellung im Neolithikum.
3 €; Museumsmitglieder, Schüler und Studenten freiMittwoch, 3. April, 19.30h
 
Vortrag: Dr. Torsten Reters, Schwerte: „Es lebe die Weimarer Republik!“ – (Kultur)geschichtliche Skizzen zur ersten deutschen staatlichen Demokratie 1918-33
3 €; Museumsmitglieder, Schüler und Studenten frei
 
Sonntag, 19. Mai Internationaler Museumstag
„Zwischen Feuerbergen und Saurierspuren“
14-16 Uhr: Kinderaktionen, Peter Hankel und sein Vulkan, Kontinentespiel, Edelsteinsuche.
Gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen.
16 -17 Uhr: Vortrag: Norbert Panek, Leiter der Geoparks Grenzwelten: Zwischen Feuerbergen und Saurierspuren.
Eintritt frei!
 



Alle Veranstaltungen in Kooperation mit der VHS Region Kassel und freundlicher Unterstützung der Kasseler Sparkasse und der Kulturstiftung des Landkreises Kassel. Die Ausstellung mit Unterstützung des Hess. Museumsverbandes. Vielen Dank!